Goldwaschen – ein Hobby mit "Mehrwert"

Wer erinnert sich nicht an Jack Londons Roman "Ruf der Wildnis" und dessen Verfilmung? Aus eigener Erfahrung beschreibt er das harte und abenteuerliche Leben der Goldsucher zur Zeit des Goldrausches in Alaska. Wer hegte nicht auch schon den Wunsch, es den Abenteurern gleich zu tun und selbst einmal loszuziehen, um Glück und Reichtum zu finden? Gott sei dank gibt es heute weit angenehmere Arten, nach Gold zu suchen und dies ist ein Hobby, das für jede Altersstufe geeignet ist. Zur Zeit gibt es in Deutschland etwa 1000 aktive Goldsucher. Doch ihre Zahl steigt stetig an. Angesichts des derzeitigen Goldpreises, der, geprägt durch Wirtschaftskrise und drohende Staatspleiten, in unglaubliche Höhen schnellt, können sich auch geringe Mengen an Gold bereits lohnen, die Familienkasse aufzubessern. Es ist also kein Wunder, dass sich mehr und mehr für dieses doch ungewöhnliche Hobby interessieren und es wird bereits wieder von einem erneuten Goldrausch gesprochen. Wieso sollte man also nicht auch einmal sein Glück versuchen? Gesund ist es allemal und selbst wenn man nichts findet, hat man wenigstens den ganzen Tag an der frischen Luft verbracht. Für Familien ist der Spaßfaktor enorm und der Aufwand relativ gering.

Die europäischen Goldvorkommen in unseren Flüssen sind bekanntlich nicht so hoch wie etwa am Yukon oder Klondike oder gar in Kalifornien oder Australien, aber es erstaunt doch sehr, wie viel Gold auch in unseren Breiten gefunden wird. Thüringen galt jahrelang als das Land mit dem höchsten Goldvorkommen der Welt und lange bevor der Goldrausch in Alaska einsetzte, wurden dort erhebliche Mengen an Gold gefunden. Nicht umsonst bieten daher diverse Abenteurer den Interessierten Goldwaschkurse in Deutschland, Österreich und der Schweiz an. Solch einen Kurs sollte der angehende Goldsucher auf jeden Fall besuchen, um in die Grundkenntnisse eingeweiht zu werden, ohne die ein Erfolg kaum möglich ist.

An Ausrüstung benötigt wird auf jeden Fall erst einmal wetterfeste Kleidung, Angler-Gummistiefel und warme Socken, da es im Wasser sehr schnell kalt an den Füßen werden kann. Der obligatorische Hut sollte auf keinen Fall fehlen, denn die Sonneneinstrahlung am Wasser ist deutlich erhöht. Somit beugt man gleichzeitig der Gefahr eines Sonnenstichs vor. Ist man dem Goldwaschvirus dann erst einmal verfallen, werden Klappschaufel, Handschaufel, Goldwaschpfanne, Classifier (eine Art Sieb), und Sniffer-Bottles zum Aufsaugen des Goldflitters fällig. Außerdem ist ein Lupe unentbehrlich.

Doch wie funktioniert eigentlich das Goldwaschen? Zuerst sollte man sich ausführlich kundig machen, an welchen Bächen oder Flüssen bereits Gold gefunden wurde. Als Flüsse mit den höchsten Goldvorkommen in Deutschland gelten der Rhein, 244 goldführende Flüsschen in Thüringen sowie rund um den nordhessischen Edersee. Aber auch im Bayerischen Wald finden sich etliche Bäche und Flüsse, an denen es sich lohnt, sein Glück zu versuchen. Mittels einer Klappschaufel werden dann Löcher ausgegraben und das Sand/Goldgemisch in die Goldwaschpfanne geschaufelt. Nun schüttelt man die gefüllte Pfanne etwa 10 mal so, dass das schwere Gold nach unten sinkt. Die leicht geneigte Schüssel wird im fließenden Wasser so lange ausgewaschen, bis sich am Boden der Pfanne das Gold absetzt. Der Gold Flitter wird nun mittels einer Sniffer Bottle abgesaugt. Größere Stücke werden vorsichtig mit einer Pinzette entnommen. Die Technik besteht darin, den leichteren Sand auszuwaschen und über den Rand der Goldwaschpfanne auszuspülen und das schwere Gold soll sich dabei am Boden der Pfanne absetzen. Grundvoraussetzung zum Goldwaschen ist ein erhebliches Maß an Geduld und man darf nicht zu sehr enttäuscht sein, wenn einmal gar nichts gefunden wird. Auf jeden Fall sollte sich vorher erkundigt werden, ob an der ausgesuchten Stelle das Goldwaschen auch erlaubt ist. Meistens gibt es damit keine Probleme, es muss jedoch vermieden werden, an ökologisch geschützten Plätzen, wie z.B. Brutstätten von Wasservögeln, nach Gold zu suchen.

Die Kosten für die Ausrüstung sind relativ gering. Eine Goldwaschpfanne erhält man bereits um die 20 Euro und ebenso viel werden dann noch für Schaufel und weiteres Zubehör fällig. Zur Not tut es für den Anfang auch eine alte Bratpfanne, von der man einfach den Stiel abschraubt.

Kurse zum Goldwaschen gibt es in Deutschland, Österreich und der Schweiz von den unterschiedlichsten Anbietern. Besonders beliebt ist der Rhein, aber auch in Thüringen oder im Sauerland, in der Nähe des Edersees, werden Goldwaschkurse angeboten. Der bekannteste Anbieter in Deutschland ist Franz-Josef H. Andorf, der ganzjährig Goldwaschkurse entlang des Rheins anbietet. Weitere Anbieter sind: Markus Schade, studierter Geologe, in Thüringen oder auch Veit-Enno Hoffmann, Geologe in Waldeck Frankenberg an der Eder. In Österreich wird man bei Theo Huber im Tal der Geier und in der Schweiz bei der Schweizer Goldwäschervereinigung fündig und bestens betreut. Sie alle bieten Goldwaschkurse für interessierte Goldsucher an. Spaß und Action stehen dabei meist im Vordergrund und nicht selten gehen die Kursteilnehmer auch wirklich mit etwas Gold nach Hause. Die Preise für die Kurse variieren von 10 Euro bis zu 45 Euro pro Person und sind abhängig davon, wie lange die Kurse andauern. Der Goldwaschkurs bei Theo Huber ist sogar kostenlos. Es muss lediglich eine Leihgebühr für das Werkzeug bezahlt werden.

Der Ablauf eines Goldwaschkurses beginnt stets mit einer geologischen und geschichtlichen Einführung über das Goldwaschen, bevor die erfahrenen Goldwäscher mit den Schülern die erste Goldwaschpfanne gemeinsam waschen. Hierbei wird ausführlich der Umgang mit den Werkzeugen erklärt und alsbald können die Teilnehmer damit beginnen, ihre bereitgestellten Pfannen zu befüllen. Wichtig ist hierbei, immer dem Kursleiter das Ergebnis zu präsentieren, damit nicht aus Versehen oder Unwissenheit eventuelle Funde wieder ins Wasser befördert werden. Kinder können an solchen Kursen nur in Begleitung Erwachsener teilnehmen. Auch für Betriebsausflüge oder gar als ein besonderes Geschenk sind diese Kurse geeignet. Jochen Schweizer hält hierfür Gutscheine bereit. Verbunden mit Kanufahrten und Picknick auf Sandbänken werden solche Goldwaschkurse zu einem gelungen Freizeiterlebnis mit erhöhtem Abenteuerfaktor und Spaß ist garantiert.